Aktuelles & Aktionen

Das nächste offene Arbeitstreffen der AG-Frauenprojekte:
1.11.2021 um 15.00 Uhr im Soziokulturellen Zentrum Frauenkultur
(Windscheidstraße 51, 04277 Leipzig)
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Am 25. November ist der Internationale Tag gegen Gewalt an Frauen

Die einzelnen Frauen*-projekte und -vereine und bieten in diesem Rahmen folgende Veranstaltungen an:

Fr., 05. 11. 2021| 18:00 Uhr | Frauenkultur e. V.
Louise Michel oder: Die Liebe zur Revolution… Aktivistin der Pariser Kommune
Lesung mit Dr. Florence Hervé
Louise Michel (1830–1905) – für die einen »die blutrünstige Wölfin«, für die anderen »die rote Jungfrau« – gilt als Symbolfigur der Pariser Kommune im Frühjahr 1871. Zum ersten Mal in der Geschichte übernahmen Arbeiterinnen und Arbeiter die Macht. Louise Michel organisierte nicht nur die Versorgung der Hungernden und Verwundeten, sie beteiligte sich an den Klub-Debatten und auch am bewaffneten Kampf. Als außereheliches Kind eines Dienstmädchens wurde sie im Geist der Aufklärung von den Großeltern erzogen. Nach der Niederschlagung der Pariser Kommune machte man Louise Michel den Prozess und deportierte sie 1873 in die Strafkolonie Neukaledonien östlich von Australien. Dort erlernte sie die Sprache der Kanak und vermittelte in zwei Schriften deren Mythen und Kultur. 1880 kam die Kommunardin durch eine Amnestie wieder frei. Nach einem triumphalen Empfang in Paris nahm Louise Michel sofort den Kampf für die Revolution wieder auf. Durch zahlreiche Vorträge und ihr Eintreten für die Rechte der Frauen und Arbeiterinnen und Arbeiter wurde sie zu einer der bekanntesten Vertreterinnen des Anarchismus und der revolutionären Arbeiterbewegung.

Ihre mutigen Kämpfe gegen Ausbeutung, Unterdrückung, Frauendiskriminierung, Krieg, Kolonialismus und Rassismus, für eine kindgerechte Erziehung und ein respektvolles Verhältnis zu Natur und Tieren sind weiterhin aktuell.

Dr. FLORENCE HÉRVE, geb. 1944, lebt und arbeitet seit Mitte der 60er Jahre in Deutschland. Studium der Germanistik in Bonn und Paris, seit 1967 freiberuflich tätig als Freie Journalistin für zahlreiche Sender und Zeitschriften, Autorin zahlreicher Bücher. Sie ist Mitgründerin und Redakteurin des Kalenders WIR FRAUEN seit 1979 und der Zeitschrift WIR FRAUEN seit 1982 – und war Lehrbeauftragte an den Universitäten Marburg, Duisburg und Münster; Trägerin des Luise-Büchner-Preis für Publizistik 2021 || Eintritt: 5,- | 3,- Euro ermäßigt

 

Do., 11. 11. 2021| 18:00 Uhr | Frauenkultur e. V.
Ausstellungseröffnung „Arbeiten aus 30 Jahren in Deutschland
der Leipziger Künstlerin Mona Ragy Enayat
Isolde-Hamm-Preis-Trägerin 2021
Mona Ragy Enayat, wurde 1964 in Kairo geboren in eine politisch und künstlerisch progressiv positionierte Familie. Nachdem sie an der Helwan-Universität Kairo ihr Diplom in Malerei erworben hatte, kam sie 1988 in die Messestadt um an der HGB ein weiterführendes Studium für Malerei, Grafik und Buchillustration aufzunehmen. Dem HGB-Diplom folgten zwei Jahre Aufbaustudium als Meisterschülerin bei Prof. Rolf Kuhrt. Mona Ragy Enayat zieht die Menschen mit ihren positionierten, ausdrucksstarken und farbgewaltigen Bildern in ihren Bann. Gezeigt wird eine Auswahl aus den Jahren 1991 bis 2021.
Musikalische Eröffnung: Ingeborg Freytag, Geige/Percussion & MONA RAGY ENAYAT, Oud/Gesang


Di., 16.11.2021 | 17:00 Uhr | SHIA e. V.
Friedensgebet in der Nikolaikirche
Dieses Jahr findet das Friedensgebet unter dem Motto „Blühende Gärten“ im Rahmen der Ökumenischen Friedens Dekade („Reichweite Frieden“ vom 7. bis 17. November 2021) statt.
Veranstaltungsort: Nikolaikirche Leipzig, Nikolaikirchhof 3, 04109 Leipzig


Do., 18. 11. 2021 | 16:00 Uhr | Frauenkultur e. V.
Hinsehen. Handeln. Jetzt!
Vorstellung einer Neuen Webseite und thematische Einführung

Sexualisierte Gewalt an Kindern ist nie „privat“! Kunst als Prävention wie auch als Mittel gegen Gewalt an Kindern!

Während der vergangenen Monate wurde auch „Gewalt an Kindern“ öffentlich(er) benannt – wobei es scheint, dass Medien, Politiker*innen… andere Folgen des pandemischen Lockdowns (wie z.B. die Milliarden-Verluste der Lufthansa) um ein Vielfaches gewichtiger einstufen. Es ist bekannt, dass überall auf der Welt Kindern Gewalt angetan wird – und dies ist kein pandemisches Phänomen. In diesem Kontext können Kunst und Soziokultur durchaus sehr komplexe Mittel der Thematisierung sein – der Enttabuisierung, der Hilfe und Stärkung der Betroffenen wie auch der Prävention. In diesen Zusammenhängen wurde ein Online-Projekt erarbeitet: die thematische Webseite www.hinsehen-handeln-jetzt.de.

Mit kreativ-bildnerischen Auseinandersetzungen einer jungen Leipzigerin, die den eigenen erfahrenen sexuellen Missbrauch aufgearbeitet hat – und die über das Öffentlich-Machen ihrer Bilder Möglichkeiten des konkreten Unterstützens aufzeigen will.
Zudem sind zahlreiche unterschiedliche Hilfe- und Unterstützungswege aufgelistet: verschiedene Fachstellen, Medien- und Beratungsangebote – geordnet nach Zielgruppen entsprechender Fragestellungen:
Wohin gehe ich, wenn ich eine Vermutung habe, dass ein Kind (sexualisierte) Gewalt erfährt?
Wo kann ich mich darüber informieren, weil ich sensibler für dieses Thema sein möchte? Z.B. als Lehrer:in, Erzieher:in …
Wohin wende ich mich als erwachsene Person, wenn ich sexuellen Missbrauch erfahren habe?

Die Webseite „Hinsehen. Handeln. Jetzt!“ entstand in kooperativer Zusammenarbeit mit dem Kinderschutz-Zentrum Leipzig und der Leipziger Psychotherapeutin Nadine Berger – und wird auch gemeinsam vorgestellt.
Eintritt: frei


Di., 07. 12. 2021 | 19:00 Uhr | Frauenkultur e. V.
VORTRAG & DISKUSSION
Migrantischer Feminismus in der Frauen:bewegung in Deutschland (1985-2000)
vorgestellt durch Encarnación Gutiérrez Rodríguez und Pinar Tuzcu
Die hier durch die Herausgeberinnen vorgestellte Veröffentlichung nimmt eine Neuschreibung feministischer Bewegungen in Deutschland vor – aus der Perspektive der politischen Selbstorganisierung migrantisierter Frauen*. Anhand von Erzählungen von Zeitzeug:innen und Archivmaterial wird die These widerlegt, dass die 1990er Jahre eine „stille Zeit“ in der Frauenbewegung Deutschlands war. Es wird aufgezeigt, dass die 1980er und 1990er Jahre eine „geräuschvolle“ Zeit waren, da sie den Höhepunkt in der politischen Selbstorganisierung von Migrant:innen, Schwarzen, Sinti:ze und Romn:ja, Exilierten und jüdischen Frauen* in der Bundesrepublik darstellt. Mittels der Erinnerungsarbeit im Sinne eines Eingedenken lösen die Akteur:innen ihr right-to re-narrate ein, indem sie eine neue Erinnerungspolitik und -kultur migrantischer Theoriebildung und politischer Praxis in Deutschland eröffnen.

Auf diese Weise versucht das Buch folgende Fragen zu beantworten: Was bedeutet die Auslassung migrantischer feministischer Geschichte für die Politik der Geschichtsschreibung deutscher Frauenbewegung? Wie würde eine solche Intervention in der Vergangenheit die Gegenwart und die zukünftige Erzählung der Frauenbewegung in Deutschland neu definieren? Was würde diese „Neudefinition“ für Deutschland als Einwanderungsland und (post-)migrantische Gesellschaft bedeuten?

Dr. phil. Pinar Tuzcu ist in der Türkei geboren und aufgewachsen und lebt seit 2007 in Deutschland. Sie hat promoviert und arbeitet im Fachgebiet Soziologie an der Universität Kassel. Prof. Dr. Encarnación Gutiérrez Rodríguez ist Tochter andalusischer-spanischer Gastarbeiter:innen und Professorin der Allgemeinen Soziologie an der Justus-Liebig-Universität Giessen.